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Werkstattgespräch über Johann Heinrich Voß' Rekonstruktion der frühgriechischen Geographie am 20. August 2025 in der Eutiner Landesbibliothek

Eutin. Im bewährten Format des Werkstattgesprächs präsentiert der derzeitige Stipendiat der Eutiner Landesbibliothek, Florian Posselt, am 20. August 2025, um 19.00 Uhr seine Arbeitsergebnisse im Seminarraum der Landesbibliothek und stellt sich den Fragen der interessierten Öffentlichkeit.

Er wird sich den wenig bekannten Forschungsergebnissen widmen, die Johann Heinrich Voß (1751–1826) im Rahmen seines Theologiestudiums in Bezug auf die frühgriechische Geografie erarbeitete. Voß, als 'Dichter-Philologe' und Rektor der Eutiner Lateinschule (1782–1802) nicht nur eine bekannte Eutiner Persönlichkeit, machte sich im Besonderen in zwei Arbeitsbereichen verdient: einerseits als deutscher Dichter und andererseits als Übersetzer von Homers Ilias und Odyssee. Eine Charakterisierung von Voß’ Leistungen seitens der Fachwelt fand somit entsprechend der Kategorisierung der beiden Disziplinen Germanistik und Alte Geschichte statt.

Von der späteren Forschung fast gänzlich vernachlässigt, blieben jedoch die Untersuchungen der frühgriechischen Geographie, welche er anhand seiner Übersetzungstätigkeit der Odyssee beleuchtet hatte. Diese Ausarbeitungen flossen in spätere Werke ein, auch wenn sein Odyssee-Kommentar aufgrund der Druckkosten unpubliziert blieb. Um die Eigentümlichkeiten dieser Forschungsergebnisse nachvollziehen zu können, ist ein Verständnis der Impulse notwendig, die Voß in seiner Göttinger Studienzeit in den Jahren 1772 bis 1774 erhielt. Voß‘ Abhängigkeit von einer jahrhundertealten Forschungstradition, die Gelehrte wie Abraham Ortelius (1527–1598), Samuel Bochart (1599–1667), Johann Christoph Gatterer (1727–1799) und August Ludwig Schlözer (1735–1809) umfasst, wird im Vortrag aufgezeigt. Im Anschluss an diesen besteht die Möglichkeit zu einer ausführlichen Diskussion.

Florian Posselt ist seit Mitte März 2025 Stipendiat der Eutiner Landesbibliothek und vertieft seine Forschungen aufgrund der Fülle des hier in Eutin vorliegenden Forschungsmaterials bis zum Frühjahr 2026. Nach dem Studium (Alte Geschichte und Altorientalistik) in Innsbruck arbeitet er nun an seiner Dissertation mit dem Arbeitstitel „Die Entstehung der Kontinente“, worin er untersucht, wie es zur Konzeption und Einteilung der sogenannten ‚Alten Welt‘ in die drei Teile Europa, Asien und Afrika kam.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion ist die neunte Veranstaltung in diesem Format der Werkstattgespräche. Hiermit stellt die Eutiner Landesbibliothek seit Sommer 2020 die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten vor, die an Dissertations- und Forschungsprojekten arbeiten, um dabei jeweils mindestens sechs Monate konzentriert die historischen Bestände der Bibliothek zu nutzen. Finanziert werden diese Stipendien zum größten Teil von der Sparkassen-Stiftung Eutiner Landesbibliothek, die den Stipendiaten kostenlos eine Wohnung im Vogthaus, dem „Haus der Stiftungen“ der Sparkasse Holstein, zur Verfügung stellt.

06.08.2025 
Quelle: Eutiner Landesbibliothek