EUTINER LANDESBIBLIOTHEK: Von Eutin nach Karlsruhe – als Familie Voß nach Baden übersiedelte
Eutin. Die Eutiner Landesbibliothek lädt am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, um 19.00 Uhr zum Abendvortrag "Von Eutin nach Karlsruhe. Wie die Familie Voß beim badischen Baudirektor Friedrich Weinbrenner einzog" mit Dr. Ulrich Maximilian Schumann (Karlsruhe) ein.
Der Vortrag beleuchtet die facettenreiche Verbindung der Familie Voß zum deutschen Architekten, Stadtplaner und Baumeister des Klassizismus, Friedrich Weinbrenner, der wie Voß selbst im Jahr 1826 verstarb. So ist es mehr als eine Anekdote, dass Johann Heinrich Voß 1805 an die Heidelberger Universität berufen wurde und gemeinsam mit seiner Frau Ernestine nach Süden ins Land Baden zog. Dahinter stand einerseits sein Renommee, konkret und unmittelbar aber die überraschende und bislang übersehene Verbindung zum Architekten Friedrich Weinbrenner. Dieser bestimmte weit mehr als nur das Baugeschehen im Südwesten, veröffentlichte beispielsweise seinerseits im Cotta-Verlag und agierte als Schnittstelle im Netzwerk des deutschsprachigen Geistes- und Kulturlebens. So spielte er auch bei der besagten Berufung eine zentrale Rolle, beherbergte die Familie Voß im eigenen Haus in Karlsruhe, rekonstruierte dort gemeinsam mit deren Sohn Hans das Haus des Odysseus für die dritte Auflage der "Odyssee" und bildete diesen zum erfolgreichen Architekten aus.
Über diese und weitere biographische Verknüpfungen hinaus fragt der Vortrag nach inhaltlichen Schnittmengen zwischen Voß und Weinbrenner in einer Zeit, in der die erstarkende Romantik für beide zur Herausforderung wurde.
Dr. Ulrich Maximilian Schumann ist Kunst- und Kulturhistoriker mit Schwerpunkt auf dem 17. bis 20. Jahrhundert. Nach internationaler Lehr- und Forschungstätigkeit ist er heute Mitarbeiter der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Er ist Präsident der Friedrich-Weinbrenner-Gesellschaft.
Wie schon die Vorträge über Voß selbst, Johannes Falk und Jens Baggesen steht auch dieser Vortrag im Zeichen der Reihe "Obiit Anno 1826" und spürt damit einer weiteren Persönlichkeit des geistigen Lebens im (Nord-)Europa der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach, die im Jahre 1826 verstarb.
Der Vortrag wird gemeinsam mit den Freunden der Eutiner Landesbibliothek e. V. veranstaltet.
Der Eintritt ist frei.
Quelle: Eutiner Landesbibliothek