EUTINER LANDESBIBLIOTHEK: Tagung zu Mädchenbildung in Holstein zwischen 1810 und 1914 mit Abendvortrag
Vom 16. bis 17. April 2026 findet in der Eutiner Landesbibliothek eine wissenschaftliche Tagung unter dem Titel "Zucht, Erziehung oder Bildung? – Initiation von Weiblichkeit in Holstein zwischen 1810 und 1914" statt, mit welcher die Landesbibliothek ihre Arbeit zur Geschichte und Literatur von Frauen fortsetzt.
Die Tagung der Arbeitsstelle für die Kulturgeschichte (Ost-)Holsteins an der Eutiner Landesbibliothek in Kooperation mit der Universität Hamburg, vertreten durch Prof. Dr. Ruth Albrecht, widmet sich dem Bereich der Mädchen- und Frauenbildung in Holstein im Zeitraum vom ausgehenden 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Damit nimmt sie eine über hundertjährige Entwicklung vom Aufkommen erster deutscher Mädchenpensionate in den 1780er Jahren, die regional angelegt waren, aber eine zum Teil überregionale Wirkung entfalteten, bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges in den Blick. Den vorläufigen Endpunkt der inhaltlichen Betrachtungen bildet das Jahr 1914 – ein Zeitpunkt also, ab dem die politisch-ideologisch gefärbten Konzepte nicht nur in der Mädchen-, sondern in der Kinder- und Jugendbildung insgesamt zunehmend an Einfluss gewannen.
Im Mittelpunkt der Konferenz stehen Forschungen zur Geschichte, Programmatik, Wirkung und Rezeption von Mädchenpensionaten in Holstein, aber auch darüberhinausgehenden Vergleichsbeispielen in Hamburg und Mitteldeutschland. Die Präsentationen von 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden den Fragen nachgehen, welche Mädchenpensionate in Holstein existierten, welche Strukturen sie aufwiesen und wie sich diese in zeithistorischen Dokumenten wie Tagebüchern, Briefen und Lehrmaterialien widerspiegelten. Aber auch die Thematisierung von Mädchenerziehung und Pensionsaufenthalten in der Kinder- und Jugendliteratur, die oftmals von Erzieherinnen verfasst wurden, gelangen zur Darstellung. Ferner werden auch spürbare Reaktionen in der öffentlichen Wahrnehmung der Institute zur Sprache kommen.
Zum Auftakt der Veranstaltung und vor dem Hintergrund des diesjährigen Johann Heinrich Voß-Jubiläums, beleuchtet und würdigt Dr. Maike Manske von der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek Kiel am 15. April 2026 um 19 Uhr in ihrem Abendvortrag "Ein ziemlich vollständiger Lebensfaden‘ – Johann Heinrich und Ernestine Voß zwischen Briefkunst, Poetik und Bewahrung" dessen schriftstellerisch tätige Frau Ernestine Voß (1756–1834). Im Zentrum des Vortrags steht deren Gedenkschrift über die aus Hamburg stammende Erzieherin Emilie Heins (1776/78–1831), die eine Schülerin der bekannten Erzieherin wie Schriftstellerin Caroline Rudolphi (1753–1811) war und deren Mädcheninstitut in Heidelberg weiterführte.
Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Die Tagungsgebühr beträgt 10 Euro. An der Tagung können Interessierte gegen eine Tagungsgebühr von 10 Euro teilnehmen, die Online-Teilnahme ist möglich und kostenlos. Anmeldung für die Tagung per E-Mail an info@lb-eutin.de oder telefonisch unter 04521 788-770.
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Quelle: Eutiner Landesbibliothek