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Werkstattgespräch "Der Ursprung der Kontinente" am 11. Februar 2026 in der Eutiner Landesbibliothek

Eutin. Im bewährten Format des Werkstattgesprächs präsentiert der derzeitige Stipendiat der Eutiner Landesbibliothek, Florian Posselt (Universität Innsbruck), am 11. Februar 2026 um 19.00 Uhr seine Arbeitsergebnisse im Seminarraum der Landesbibliothek und stellt sich den Fragen der interessierten Öffentlichkeit.

Im Zentrum des Vortrags "Der Ursprung der Kontinente. Wie man die antike Welt in Europa, Asien und Afrika einteilte" steht die Frage, wie es zur Erfindung der drei Kontinente Europa, Asien und Afrika kam. Diese menschengemachte Einteilung lässt sich erstmals um 500 v. Chr. in griechischen Texten nachweisen, war danach durch die römisch-lateinische Übernahme in durchgehender Verwendung und wurde in der Neuzeit um mehrere Erdteile erweitert. Die Einteilung in Kontinente prägt unser geografisches Denken also seit 2500 Jahren. Eine plausible Erklärung für seine Entstehung soll nun erstmals geboten werden. Im Lichte moderner Theorien zur Ausbildung großgeografischer Einteilungen (1. und 2. und 3. Welt, globaler Norden/Süden, der "Westen", die "westliche Hemisphäre") wird die Entstehung des Kontinentekonzepts vor dem Hintergrund griechisch-nahöstlicher Konflikte verstanden. 

Im Alten Orient bildete sich im 6. Jh. v. Chr. das Perserreich aus, das seinen Anspruch auf Weltherrschaft bis an seine äußersten Grenzen propagierte. Eine Einteilung in drei Großteile lässt sich dabei als eine Unterwanderung dieses Weltherrschaftsanspruch verstehen, wobei das expandierende Perserreich über den geografischen Begriff "Asien" auf sein eigentliches Territorium hin "eingezäunt" wurde. Die Hinterländer der nördlichen und südlichen Mittelmeerküste, die eben nicht den Persern unterstanden, wurden daraufhin ebenfalls terminologisch erfasst und als Europa und Afrika bezeichnet.

Florian Posselt ist seit Mitte März 2025 Stipendiat der Eutiner Landesbibliothek und vertieft seine Forschungen aufgrund der Fülle des hier in Eutin vorliegenden Materials bis zum Frühjahr 2026. Nach dem Studium (Alte Geschichte und Altorientalistik) in Innsbruck arbeitet er nun an seiner Dissertation mit dem Arbeitstitel "Der Ursprung der Kontinente", worin er untersucht, wie es zur Konzeption und Einteilung der sogenannten "Alten Welt" in die drei Teile Europa, Asien und Afrika kam.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion ist die zehnte Veranstaltung in diesem Format der Werkstattgespräche. Hiermit stellt die Eutiner Landesbibliothek seit Sommer 2020 die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten vor, die an Dissertations- und Forschungsprojekten arbeiten, um dabei jeweils mindestens sechs Monate konzentriert die historischen Bestände der Bibliothek zu nutzen. Finanziert werden diese Stipendien zum größten Teil von der Sparkassen-Stiftung Eutiner Landesbibliothek.

28.01.2026 
Quelle: Eutiner Landesbibliothek